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Aktueller Newsletter ...

Guten Tag liebe Leserin / lieber Leser,

dieser Newsletter beschäftigt sich mit Perfektionismus. Sie erfahren,

- wie sich der Drang zum Perfektionismus äußert,
- welche Ursachen der Perfektionismus haben kann,
- welche Konsequenzen sich aus dem Perfektionismus ergeben und
- welche Wege aus dem Perfektionismus hin zu mehr Zufriedenheit führen.

Perfektionisten wollen immer alles 150 %ig machen und streben Höchstleistungen an. Mit ihren Ergebnissen sind sie i. d. R. niemals zufrieden. Sie finden stets noch einen Aspekt, der hätte noch besser sein können bzw. müssen. Sie werden von dem Wunsch nach permanenter Selbstverbesserung angetrieben.

Finden Sie sich in der Beschreibung wieder?
Wenn Sie sich hier angesprochen fühlen, sind Sie nicht allein.

Viele Menschen neigen zum mehr oder weniger ausgeprägten Perfektionismus.

Drang zum Perfektionismus

Der Drang zum Perfektionismus kann sich beispielsweise in folgenden Verhaltensweisen zeigen:
- Ein Perfektionist hat sehr hohe Ansprüche an sich selbst und auch an andere Menschen.
- Ein Perfektionist sieht nicht seine Erfolge, sondern nur seine Misserfolge.
- Andere können es dem Perfektionisten häufig nicht recht machen.
- Die Meinung anderer ist dem Perfektionisten extrem wichtig.
- Ein Perfektionist findet immer noch Punkte an sich und seinen Arbeitsergebnissen,
die er verbessern sollte / müsste.
- Ein Perfektionist neigt zur Aufschieberitis.
- Ein Perfektionist vergleicht sich häufig mit anderen Menschen und
schneidet bei diesem Vergleich regelmäßig schlecht ab.
- Ein Perfektionist fühlt sich schnell angegriffen.
- Ein Perfektionist möchte von allen Menschen gemocht werden.
- Ein Perfektionist möchte stets alles unter Kontrolle haben.

Trifft auf Sie die eine oder andere Aussage zu?
Woran merken Sie, dass Sie in einer Situation unnötigen Perfektionismus an den Tag legen?
Fühlen Sie sich durch Ihren Perfektionismus stark beeinträchtigt oder tritt er nur in einem geringen Maß auf?

Ursachen des Perfektionismus

Perfektionismus kann verschiedene Ursachen haben, die sich häufig gegenseitig bedingen:
- Ein Perfektionist definiert sich über seine Leistungen und Erfolge. Diese setzt er mit seinem
persönlichen Wert gleich. Ein Fehler bedeutet für ihn, versagt zu haben und wertlos zu sein.
Deshalb „darf“ er keine Fehler machen.
- Ein Perfektionist hat große Angst zu versagen, weil das für ihn einen Gesichtsverlust bedeutet.
Da ein Perfektionist in Schwarz-Weiß denkt und es für ihn nur die Kategorien „perfekt“ und
„schlecht“ gibt, ist sein Versagen häufig vorprogrammiert.
- Ein Perfektionist hat ein großes Bedürfnis nach Anerkennung. Er braucht diese Anerkennung
nicht nur, er ist davon emotional abhängig. Deshalb hat er große Angst vor Ablehnung.
- Ein Perfektionist hat ein geringes Selbstwertgefühl. Sein Selbstbild ist sehr negativ.
- Ein Perfektionist hat häufig das Gefühl, nicht gut genug zu sein.

Welche Gründe treffen auf Sie persönlich zu?
Vielleicht haben Sie aber auch ganz andere Motive. Welche sind es?

Damit Sie Ihren Perfektionismus noch besser kennenlernen, können Sie die folgenden Fragen beantworten:
- Was versetzt Sie in perfektionistischen Stress?
- Was sind Ihre größten Befürchtungen?
- Welche inneren Antreiber drängen Sie zum Perfektionismus?
- Bei welchen speziellen Aufgaben verfallen Sie in Perfektionismus?
- In welchen Bereichen Ihres Lebens taucht Ihr Perfektionismus am häufigsten auf?
- Ist das Auftreten Ihres Perfektionismus an eine konkrete Person oder einen
bestimmten Typ von Menschen (z. B. Vorgesetzte/r) gekoppelt?
- Wie fühlt es sich für Sie an, wenn Sie eine Aufgabe perfekt machen „müssen“?
- Wie fühlt sich der Gedanke an, eine Aufgabe „nur“ gut und damit „unperfekt“ zu beenden?

Diese Fragen können Sie sich immer wieder bei einem erneuten Drang zum Perfektionismus stellen.
So lernen Sie Ihre Motive und Verhaltensmuster besser kennen.

Konsequenzen des Perfektionismus

Die Konsequenzen sind auf der „äußeren Seite“ meist körperliche Anspannung, innere Unruhe und andere Stresssymptome, da ein Perfektionist fast permanent im Stress ist. Das führt zur Erschöpfung und nicht selten zum Burn-out.

Was löst Ihr Perfektionismus in Ihnen körperlich aus?
Sitzt er Ihnen wortwörtlich im Nacken?
Treibt er Sie bis zur Erschöpfung immer weiter und weiter?

Auf der „inneren Seite“ tauchen Scham, Versagensgefühle, Selbstzweifel, -verurteilung sowie -vorwürfe auf. Ein Perfektionist fühlt sich minderwertig und ist häufig unzufrieden mit sich und seinem Leben.

Welche Selbstzweifel nagen an Ihnen?
Wo glauben Sie, versagt zu haben?
Was werfen Sie sich vor?
Wofür schämen Sie sich?
Wo sind Sie unzufrieden mit sich und Ihrem Leben?

Wege aus dem Perfektionismus hin zu mehr Zufriedenheit

Nehmen Sie sich so an, wie Sie sind!

Sie können viel zu Ihrem Wohlbefinden beitragen, indem Sie sich so annehmen, wie Sie sind.
Wir haben alle unsere kleinen und vielleicht sogar größeren Schwächen. Gerade deshalb ist es elementar, dass wir uns mit unseren Schwächen und Schattenseiten annehmen.
Das bedeutet nicht, dass Ihnen Ihre Schwächen egal sein sollen und Sie nichts an ihnen verändern sollen. Aber vermutlich tun Sie das Gegenteil: Sie richten Ihre gesamte Aufmerksamkeit auf Ihre Schwächen und Fehler und sehen Ihre Stärken und „Liebenswertigkeit“ nicht mehr. So schwächen Sie Ihren Selbstwert massiv.

Richten Sie künftig Ihren Fokus auf einen wohlwollenden Umgang mit sich selbst.

Wie könnten Sie sich künftig mit all Ihren Facetten wohlwollend annehmen?
Welche konkreten Verhaltensweisen würden Ihren liebevollen Umgang mit sich selbst verbessern?

Steigern Sie Ihren Selbstwert!

Sie können Ihren Selbstwert stärken, indem Sie beispielsweise:
- zu einem Fehler stehen, ohne sich dafür zu bestrafen, sondern stattdessen zu überlegen,
wie Sie es beim nächsten Mal besser machen können,
- negative Selbstgespräche wie „Ich kann aber auch gar nichts.“ durch positive Selbstgespräche
wie „Ich kann das, ich schaffe das.“ ersetzen,
- Ihren inneren Kritiker bei jedem Auftauchen stoppen und Ihren Blick auf Ihre Erfolge und
Stärken richten.

Welcher selbstabwertende Gedanke quält Sie häufiger?
Wie könnten Sie diesen Gedanken in eine positive Affirmation umwandeln?
Wie würde der stärkende Gedanke lauten?
Was sind Ihre Stärken?
Welche Erfolge haben Sie bislang in Ihrem Leben verzeichnet?

Erlauben Sie sich, Fehler zu machen!

Vergegenwärtigen Sie sich, dass Fehler unvermeidlich sind und jeder Mensch Fehler macht. Auch Sie!

Wir machen Fehler, weil wir die Konsequenzen unserer Handlungen nicht völlig überblicken können. Dies gilt insbesondere, wenn wir mit einer solchen Situation noch nicht annähernd konfrontiert wurden. Generell können wir nur erahnen, wie unser Verhalten sich in der Zukunft auswirkt. Vermutlich würden Sie heute unter genau denselben Umständen wieder so handeln wie damals. Ihr Fehler war dementsprechend „unvermeidlich“.

Außerdem sind Fehler etwas sehr Wichtiges und Wertvolles. Versuchen Sie doch einmal, Ihren nächsten Fehler positiv zu betrachten, weil Sie etwas lernen konnten und nun um eine Erfahrung reicher sind. Aus Ihren Fehlern lernen Sie oft mehr als aus Ihren Erfolgen. Erlauben Sie sich deshalb, Fehler zu machen. Sie dürfen Fehler machen. Fehler sind menschlich.

Mit den folgenden Fragen können Sie einen Fehler positiv umdeuten:
- Warum war es wichtig, dass Sie sich genau so entschieden haben, wie Sie es taten?
- Was können Sie aus Ihrem Fehler lernen?
- Was wissen Sie heute, was Sie damals nicht wussten?
- Welche Konsequenzen leiten Sie daraus für die Zukunft ab?
- Wie würden Sie sich heute – mit mehr Erfahrung, mehr Wissen - in einer ähnlichen Situation verhalten?
- …

Welche Fragen fallen Ihnen sonst noch ein?
Wie könnten Sie einen Fehler am besten umdeuten?
Welche Umdeutungsmöglichkeit ist besonders hilfreich für Sie?

Schrauben Sie Ihre überhöhten Ansprüche zurück

Machen Sie sich immer wieder bewusst, dass Menschen nicht perfekt sind. Wir sind keine Maschinen.
Und selbst die machen Fehler.

Es ist so gut wie unmöglich, überhöhte Ansprüche dauerhaft zu erfüllen. Das kostet viel Kraft, zehrt aus und macht sogar krank.

Gehen Sie es pragmatisch an und bringen Sie Ihren Arbeitseinsatz in ein gesundes Verhältnis zu Ihrem Arbeitsergebnis.

Sie müssen nicht perfekt sein. Machen Sie es gut. Das reicht i. d. R. völlig und ist für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden sicherlich förderlicher.

Wie klingt das für Sie?

Analysieren Sie die Ursachen für Ihren Perfektionismus

Setzen Sie mit Ihrer Auflösung Ihre Perfektionismus dort an, wo er beginnt: bei der Ursache.

Dabei können die folgenden Fragen Sie unterstützen:
- Was würde geschehen, wenn Sie eine Aufgabe nicht perfekt erledigen?
- Was könnte im schlimmsten Fall passieren?
- Ist Ihre Vermutung überhaupt realistisch?
- Was treibt Sie zum Perfektionismus?
- Wovor haben Sie Angst?
- Was bereitet Ihnen Stress?
- Was glauben Sie, was andere Menschen von Ihnen erwarten?
- Was würde passieren, wenn Sie den vermuteten Erwartungen anderer nicht gerecht werden?
- Decken sich die Erwartungen der anderen Menschen an Sie überhaupt mit Ihrer Annahme darüber?
- …

Welche hilfreichen Fragen fallen Ihnen zusätzlich noch ein?

Wenn Sie den Ursachen auf den Grund gegangen sind, können Sie von dort nach einer Lösung für Ihren Perfektionismus Ausschau halten.

Hören Sie auf, sich mit anderen Menschen zu vergleichen!

Mit wem vergleichen Sie sich?

Wenn Sie Perfektionist sind, neigen Sie dazu, sich permanent mit anderen zu vergleichen.

Als Maßstab / Richtwert suchen Sie sich in der Regel jemanden aus, der mit Sicherheit noch kompetenter, besser, schneller, klüger, hübscher etc. als Sie ist und vielleicht sogar eine Koryphäe / ein Idol auf seinem Gebiet darstellt.

Wenn Sie sich mit anderen Menschen vergleichen, haben Sie schon verloren.

Betrachten Sie lieber Ihre eigenen Stärken.

Worauf können Sie stolz sein?

Sie sind einzigartig auf der Welt, mit all Ihren Stärken, Fähigkeiten, Potenzialen und Entwicklungsmöglichkeiten. Sie haben ein Recht, genauso zu sein, wie Sie jetzt gerade sind, ohne Entschuldigung, Verteidigung und Bewertung.
Versuchen Sie, sich das so oft wie möglich vor Augen zu halten.

Setzen Sie sich ein Limit!

Als Perfektionist haben Sie vermutlich das Bedürfnis, Ihr Arbeitsergebnis vor der Abgabe / der Präsentation „fünf Mal“ zu kontrollieren.

Setzen Sie sich ein Limit. Das kann sowohl die Anzahl der Kontrollvorgänge als auch eine terminliche Frist sein. Wenn Sie beispielsweise bislang einen Vorgang 5 Mal überprüft haben, reduzieren Sie dies künftig auf 2 bis 3 Kontrollen. Sehen Sie nun Ihre Arbeit als erledigt an und schließen Sie den Arbeitsvorgang umgehend ab.
Wenn Sie bisher sehr lange recherchiert und abgewägt haben, bevor Sie eine Entscheidung treffen konnten, legen Sie künftig ein Datum fest, bis wann die Entscheidung getroffen sein soll und schließen Sie dann auch den Entscheidungsprozess mit einer Entscheidung ab. Sehen Sie auch hiermit den Vorgang als erledigt an.

In welcher Situation würden Sie gerne einmal ein Limit setzen?
Was wäre Ihr persönliches Limit?


Lassen Sie fünf auch einmal gerade sein

Zum Abschluss habe ich noch eine fortgeschrittene Übung für Sie:

Versuchen Sie beim nächsten passenden Anlass doch einmal, Ihre Arbeit nur „93 %ig“ zu erledigen, zu einem Termin bewusst ein paar Minuten zu spät zu kommen, beim Joggen kurz vor dem angestrebten Tagespensum umzudrehen / aufzuhören, beim Putzen über einige Krümel am Boden hinwegzusehen oder was Ihnen persönlich schwerfällt und Sie normalerweise eher stressen würde.

Das wird Ihnen wahrscheinlich sehr schwerfallen. Aber irgendwann werden Sie Ihre inneren Grenzen verschoben sowie Ihre Komfortzone erweitert haben und können die neu gewonnene Gelassenheit genießen.

Wie klingt das für Sie?

Können Sie sich vorstellen, die eine oder andere Möglichkeit bei passender Gelegenheit einmal auszuprobieren?

Haben Sie noch andere Erfolgsrezepte?
Wenn ja, dann freue ich mich, wenn Sie mir von Ihren Erfahrungen berichten.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß bei der unperfekten Erledigung Ihrer Aufgaben.

Für Fragen und Anregungen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Herzliche unperfekte grüßE

Myriam Götze
Geschäftsführende Inhaberin, Dipl. Betriebsw. (FH)
G.o.p.a.L. Training & Coaching e.K.
Waldheimer Straße 22
63165 Mühlheim am Main
Telefon: 06108 823640
Mobil: 0179 6675451
Telefax: 06108 823641
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: www.gopal-training.de

 


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